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    Historia Brandenburgica

    Auf dieser Seite sind Auszüge zur Geschichte & Geografie Brandenburgs aus alten Büchern veröffentlicht. Als Zugezogener & „Neu-Brandenburger“ gilt mein Interesse natürlich auch der Historie sowie der eigentlichen Region, in welcher das Gehöft steht.
    Als Einleitung etwas aus der Geschichte des Dorfes Linthe im Zeitverlauf:

    LINTHE

    Und noch mehr Linthe: 1970 Kohts,E.: Geschichte Linthe / 1940 Brachwitz, O.& Kretschmann, H.: Die Schulzenwirtschaft zu Linthe
    Vielleicht findet der Besucher dieser Seite das eine oder andere, was ihm so noch nicht bekannt war. Darüber hinaus finde ich die deutsche Sprache längst vergangener Zeiten sehr schön. Viel Spaß beim Lesen!   
    Im Folgenden eine Bibliographie und Textpassagen aus historischen Büchern & Zeitungen mit Bezug insbesondere zum Dorf Linthe & der Region. 

    1741: Eilers, J. G. – Chronicon Beltizense.

    1771: Büsching, F. A. – Neue Erdbeschreibung. Bd.9

    1779: Tietz, J. D. – Wittenbergisches-Wochenblatt.

    1788: Leonardi, F.G. – Erdbeschreibung der churfürstlich und herzoglich sächsischen Lande. Bd.1

    1788: Krünitz, J. G. – Oeconomische Encyclopädie, oder allgemeines System der Stats-, Stadt-, Haus- und Land-Wirthschaft. Bd. 4

    1792: Gilbert, L. W. – Handbuch für Reisende durch Deutschland. 2.Theil.

    1794: Leonardi, F. G. – Erdbeschreibung der Preußischen Monarchie.

    1804-09: Bratring, F. W. A. – Die Kurmark Brandenburg.

    1804: Dresdner Anzeigen.

    1806: Mannert, K. – Geographisch-Historisch-Statistisches-Zeitungs-Lexikon. Teil 2.

    1814: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen.

    1819: Brunn, F. L. – Deutschland in geographischer, statistischer und politischer Hinsicht, wie es war, bis zum Reichs-Deputationsreceß 1803.

    1819: J. G. H. Hassel – Neueste Länder-und Völkerkunde. Bd.21.

    1825: J. D. A. Hoeck – Statistische Darstellung der Landwirthschaft in den deutschen Bundesstaaten.

    1828: Freiherr v. Zedlitz – Die Staatskräfte der Preussischen Monarchie unter Friedrich Wilhelm III.

    1831: Amts-Blatt der Königl. Regierung zu Potsdam.

    1834: Schlieben, W. C. A. – Neuestes Gemälde der Preußischen Monarchie.

    1835: Klöden, K. F. – Beiträge zur mineralogischen und geognostischen Kenntniß der Mark.

    1840: Königlich privilegirte Berlinische-Zeitung von Staatssachen.

    1841: Lengerke, A. v. – Landwirthschaftliche Statistik der deutschen Bundesstaaten.

    1849: Huhn, E. – Topographisch-statistisch-historisches Comptoir, Amts-, Post-, Reise- und Zeitungs-Lexikon von Deutschland.

    1854: Berghaus, H. – Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafthums Nieder-Lausitz.

     

    1. Auszug aus „Der politische katholische Passagier durchreisend Alle hohen Höfe/Republiquen/Herrschaften und Länder der gantzen Welt. Das ist:…“ Johann Joseph Pockh/1718
    Der dreyzehente Titul.
    Von dem Chur-Fürsten zu Brandenburg/dessen Ländern/Herrschaften/Macht/Herrlichkeit/Ansehen und Würden.
    § 1 Von dem Anfang und Herkommen der Brandenburgischen Familie und Volcks. Daß die Brandenburgische Familie und Völcker in alten Zeiten unter dem Nahmen der Sachsen begriffen gewesen/ist um so weniger zu zweifflen/weilen solche noch biß auf heutigen Tag unter des Sächsischen Creyses Länder gerechnet werden/ und also sind diese vor Zeiten anderst nicht/dann Sachsen/genennet worden; Nachdem aber Kayser Heinrich der Vogler Anno Christi 927. diese Völcker in dem kältesten Winter überwunden/und dem Reich unterthänig gemachet/so hat er diesen äussersten Gräntz-Ländern/oder Marckungen/gewise Beschützer und tapffere Kriegs-Leute vorgesetzet/und selbe die Marggrafen genennet/weilen sie die Ober-Befehls-Haber auf denen Marckungen waren; weilen dann zu Brandenburg ein solcher Marggraf einen festen Sitz und Wahl-Platz hatte/als wurde das gantze Herumgelegene ihme anvertraute Land die Marggraffschafft Brandenburg genennet und zwar so setzete der Kayser ueber die Marck Brandenburg den ersten Marggrafen Siegefriedum/ den Bruder seiner Kayserlichen Gemahlin/Mechtildis von Ringelheim/ bey dessen Nachkommen diese Marggraffschafft auch geblieben/biß auf Henricum den andern/welcher ohne Manns-Erben verstorben/und alsdann ist solche Regierung auf Albertum Ursum den Marggrafen von Salquellen/oder Soldwedel/kommen. Nachdeme aber diser Marggraf Brandenburgische Stamme mit Johann dem vierten in dem Jahr 1322, abgestorben/gabe der damahlig glorwürdigst regierende Römische Kayser/Ludovicus aus Bayern/diese vortreffliche Lehen seinem Sohn Ludovico dem ersten; weilen aber dieser ohne Erben verstorben/kame die Marck-Brandenburg an seinen Bruder Ludovicum den andern/oder. Jüngern. Nachdem aber auch dieser ohne Erben verschieden/bekame die Marck-Brandenburg sein Bruder Otto/diß Nahmens der vierte; dieser war ein sehr verdrüßlicher Herr/und liebte das einsame Leben/verkauffte derohalben die Marck-Brandenburg Anno 1373. dem König Johann aus Böhmen/welcher dieselbe Carl seinem Sohn einraumete. Nachdeme aber Carolus/diß Nahmens der vierte/Römischer Kayser worden/übergabe er die Chur Wenceslav/seinem Sohn/und weilen dieser auch Kayser wurde/raumte er diese Chur ein seinem Bruder Sigismundo/endlich gabe solche Chur und Marggraffschafft Anno 1415. Kayser Sigismundus dem Burggrafen zu Nürnberg/um viermahl hundert tausend Gulden/also ist es von solcher Zeit an bey diesem Geschlecht geblieben/biß noch auf heutigen Tag.
    § 2  Wer der jetzige Herr Churfürst zu Brandenburg seye: Dieser ist Fredericus Wilhelmus/diß Nahmens der andere/er war gebohren den 4,Aug.1688. und wurde von seinem Herrn Vatter der von ihme neugestiffteten Universität zu Halle Rector Magnificentissimus perpetuus und Protector gesetzet.
    § 3 Von des Herrn Churfürstens zu Brandenburg Gemahlin und erzeugten Erben. Die Frau Gemahlin des jetzigen Chur-Fürstens zu Brandenburg ist Sophia Dorothea von Braunschweig/Geogii Ludovici/Churfürstens zu Braunschweig/und  Sophia Dorothea von Zell/seiner Gemahlin/Prinzessin; sie ist gebohren den 16.Merz 1687. sie wurde an diesen Churfürsten vermählet zu Hannover/da sich als Gevollmächtigter an statt seiner mit ihr trauen lassen der Chur-Prinz von Braunschweig den 8.Nobembr. 1706. zu Berlin aber wurde das rechte Vermählungs-Fest begangen den 28.Novembr. und wurde diese Hochzeit mit solchem Pomp begangen/daß solches Hochzeit-Fest 21.Tag gewähret. Aus dieser Ehe sind bißhero Durchläuchtigste Erben gebohren worden: Erstens Friedrich Ludwig/gebohren am 23.Novembr. 1707. starb den 13.May. 2. Frederica Augusta/Justina/Wilhelmina/gebohren den 2.Julii 1709. 3. Friedrich Wilhelm/gebohren den 16.Aug.1710. starb den 31.Julii 1711. 4. Carl Friedrich/Cron-Printz in Preussen und Chur-Printz in Brandenburg/gebohren den 24.Jan.1712. 5.Carolina Albertina/ gebohren den 5.May 1713. starb den 10.Junii 1714. 6. Frederica Lovysa/ gebohren den 28.Septembr.1714.
    § 4. Von denen Durchläuchtigsten Eltern und Geschwistrigen dieses Churfürstens. Sein Durchläuchtigster Herr Vatter ware Fredericus der dritte/welcher gebohren worden zu Königsberg in Preussen den 12.Julii 1657. wurde Churfürst 1688. auch endlich 1700. König zu Preussen. Richtet 1704 zu Berlin eine hohes Appellations-Gericht auf/wovon man nicht mehr weiters ein Recht nach dem Kayserl. Cammer-Gericht ziehen darff; er starb zu Berlin den 25.Febr.1713. Seine erste Frau Gemahlin ist gewesen Elisabetha Henrietta/Landgrafens Wilhelm des sechsten zu Hessen-Cassel/und Hedwig Sophia/von Chur-Brandenburg/andere Tochter; Diese ware gebohren 1661. vermählet den 14.Aug.1679. starbe den 27.Junii 1683. Von dieser ware gebohren worden Lovysa Dorothea Sophia/den 19.Dec.1680. wurde vermählet an Fredericum/Erb-Printzen von Hessen-Cassel/den 21.May 1700. zu Berlin/starb den 23.Decemb. 1705. Zu Cassel. Die andere Frau Gemahlin ware Sophia Charlotta/Ernesti Augusti/Churfürstens von Hannover/und Sophia von Chur-Pfaltz-Tochter/ gebohren den 20.Octobr. 1668. vermählet den 28.Sept. 1684 zu Herrnhausen/stirbt zu Hannover an der Engbrüstigkeit den 1.Febr. 1705. und wird den 28.Junii in selbem Jahr zu Berlin mit ansehnlichem Königlichen Pracht beygesetzet. Von ihr ware gebohren: Fredericus Augustus/gebohren den 6.Octobr. 1685. starb den 21.Febr. 1686. Dann der jetzo regierende Churfürst wie schon gemeldet worden. Die dritte Gemahlin ware Sophia Lovysa/Frederici von Mecklenburg-Schwerin/und Christina Wilhelmina von Hessen-Bingheim-Tochter/vermählet den 20.Aug. 1708. durch Procuration, und den 27.Nov. in selbigem Jahr zu Berlin.
    § 5. Von denen Ländern und Herrschafften der Churfürsten von Brandenburg. Erstens die alte Marck: siese ist/wie schon gemeldet worden/von Kayser Heinrich/dem Vogler/als eine Gräntz und Marck gegen die Wenden/Sigfriedo zur Beschützung übergeben/und eine Marggraffschafft daraus gemacht worden. Darinnen sind die vornehmste Ort: Tangermünde/Stendal/Soldwedel/Gartleben und Osterburg. 2.Die Priegnitzer Marck/darinnen sind sonderbahr bekannt Havelberg/Perleberg/Kowitz/Welsenach/Wittstocke. 3.Die Mittelmarck/darinnen sind die vornehmster Oerter: Berlin/die Residentz-Stadt selbst/Brandenburg/welches vor Zeiten die Haupt-Stadt gewesen/und noch das gantze Land den Nahmen davon hat/Spandau/Franckfurt an der Oder/Oranienburg/Potsdam etc. 4.Die Ucker-Marck; Diese hat ihren Nahmen von dem Ucker-See/welchen See der Ucker-Fluss machet; darinnen sind die vornehmste Oerter: Prentzlau/eine uralte Stadt/Straßburg/Angermünde. 5.Die Neue Marck/diese erstrecket sich längst der Oder/hierinnen ist der erste Ort Cüstrin/Droßen/Landsberg und die Stadt auch Graffschafft Sternberg. 6.Hinter-Pommern/Cassuben und Wenden/darinnen sind berühmt Stargard/Camin/Colberg/Belgard/Coßlin/Rügenwald/Stolpen/die Herrschafften Lauenburg und Bütow. 7.Das Hertzogthum Magdeburg/welches nach Absterben Hertzogs Augusti von Sachsen/als Administratoris allda/Anno 1680. Auf Chur-Brandenburg gefallen/wie es schon Anno 1648. Bedungen worden. 8.Die Fürstenthümer Minden und Halberstadt/welche Anno 1648. zu Chur-Brandenburg kommen. 9.Die Graffschafft Rheinstein/welche 1670. Als ein heimgefallenes Tettenbachisches nach Halberstadt gehöriges Lehen an Chur-Brandenburg kommen. 10.Das Hertzogthum Cleve/nebst denen Graffschafften Marck und Ravensberg/welche der Churfürst/Johann Sigismundi/nach Absterben des letztern Hertzogen/Johann Wilhelms/den 25.Mertz 1609. als seiner Schwester Tochter-Mann/eingenommen/und nach langen Strittigkeiten endlich mit Chur-Pfaltz 1666. ein Vergleich darüber gemacht worden. 11.In Nieder-Lausitz Cotbus/Sommerfeld/Peskau/Peitz/Storkau/welche dieser Churfürst/als Böheimische Lehen vermög eines mit König Georg aus Böheim getroffenen Vergleichs/besitzet. 12.In Schlesien das Hertzogthum Crossen/so der letzte Hertzog Heinrich zu Glogau und Crossen seiner Gemahlin Barbara/Churfürst Johann zu Brandenburg Schwester/1476. vermachet/und 1538. Kayser Ferdinand der erste an Churfürst Joachim den andern beständig überlassen. 13.In der Graffschafft Lippe Lippstadt/so vorhin denen Graffen von der Marck versetzet worden/und mit der Marck an Brandenburg kommen ist. 14.In Africa/auf der Gold-Küsten von Guinea/hat dieser Churfürst auch etwas/welches ich aber zu Preussen spahren will/weilen solche Oerter ihme mehr/als einem auswärtigem König/dann als einem Churfürsten des Römischen Reichs/zuständig. 15.Oranien/welches auf dieses Hauß nach dem Tod Königs Wilhelmi in Engelland gefallen/liegt in Franckreich/in dem Bezirck von Provence. 16.Neuchastel in der Schweitz.
    § 6. Von der Länge/Breite und Gräntzen gegen andere Länder der Chur-Brandenburg. Die Marck Brandenburg/oder das Churfürstenthum Brandenburg ist bey 60.Meil Wegs lang/und 40. Breit/gräntzet von Morgen biß an Pomerelien/Pohlen und Schlesien/gegen Abend biß an das Hertzogthum Lüneburg und einen Theil von Braunschweig/gegen Mittag biß an Ober-Sachsen/und an die Nieder-Lausitz/gegen Mitternacht an Cassuben/Pommern und das Hetzogthum Mecklenburg; ist also unzweiffelhafft unter allen Churfürstenthümern das größte.
    § 7. Von denen vornehmsten Flüssen, Seen und Festungen in Brandenburg. Die vornehmste Flüsse in Brandenburg sind die Elbe und die darein sich ergiessende Havel/die Spree/welche sich in die Havel ergiesset/die Fursa/Notetz/Mitzel und die Oder. Die bekanteste Seen in Brandenburg sind der See bey der Stadt Brandenburg/der Arent-See/welcher Anno 815. auf einmal in einer Nacht entsprungen.